Medizinische Grund- und Spitalversorgung
im Simmental und Saanenland

2019 Oktober - Abschluss-veranstaltung

Medienmitteilung der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern

16. Oktober 2019

Medizinische Grund- und Spitalversorgung Simmental/Saanenland
«Gesundheit Simme Saane» als Aktiengesellschaft gegründet

Die Gemeinden des Simmentals und des Saanenlands haben in Anwesenheit des Gesundheits- und Fürsorgedirektors, Pierre Alain Schnegg, die Aktiengesellschaft «Gesundheit Simme Saane AG» gegründet. Damit ist die Weiterführung der Arbeiten für das integrierte Gesundheitsnetzwerk mit einem Gesundheitscampus in Zweisimmen und einem Gesundheitszentrum in Saanen sichergestellt. Die Finanzierung der weiteren Projektarbeiten erfolgt gemeinsam durch die Gemeinden, den Kanton und die STS AG.

Am Dienstag, 15. Oktober 2019, haben die Vertreter aller Gemeinden des Simmentals und Saanenlands in Anwesenheit der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (GEF) sowie der STS AG (Spital Simmental-Thun-Saanenland AG) die Aktiengesellschaft «Gesundheit Simme Saane AG» offiziell gegründet. Die neue Aktiengesellschaft wird von Stephan Hill präsidiert und verfügt in ihrem Verwaltungsrat neben Mitgliedern aus der Region auch über Vertretungen der GEF und der STS AG.

Vor einem Jahr hatte der Berner Gesundheits- und Fürsorgedirektor, Regierungsrat Pierre Alain Schnegg, angekündigt, die Bevölkerung innerhalb eines Jahres über die Ausgestaltung der medizinischen Gesundheitsversorgung zu informieren. In der Zwischenzeit wurden intensive Projektarbeiten an die Hand genommen, über die die Bevölkerung am 15. Oktober informiert wurde. Mit der nun erfolgten Gründung der Aktiengesellschaft kann die Realisierung der Projekte angegangen werden. Die Aktiengesellschaft gehört den Gemeinden des Simmentals und des Saanenlands. Der Betrieb wird für die Anfangsphase zu zwei Dritteln von den Gemeinden und zu einem Drittel von der GEF und der STS AG finanziert. Zudem wird der Kanton nach Aufnahme des Betriebs des geplanten Gesundheitscampus Zweisimmen und des Gesundheitszentrums Saanen innerhalb des Netzwerks Beiträge an die integrierte Versorgung und für die Notfalldienste der Ärzte leisten können.

Seit rund zwanzig Jahren werden verschiedene Möglichkeiten für die medizinische Grundversorgung im Simmental und im Saanenland diskutiert. Die Schliessungen der Spitäler in Erlenbach und Saanen sowie der hohe Renovationsbedarf beim Spital Zweisimmen machten eine Gesamtplanung notwendig. Ein Projekt der STS AG war zwar technisch ausgereift, musste aber aufgrund des zu erwartenden Defizits im Jahr 2017 sistiert werden. Bereits im November 2018 haben sich die Vertreter der Region, der Spital STS AG und der GEF für eine zukunftsweisende Ausrichtung der Grund- und Spitalversorgung in der Region Simmental-Saanenland ausgesprochen. Heute steht der Aufbau eines Gesundheitscampus in Zweisimmen mit einem Gesundheitszentrum in Saanen fest.

Zusammenarbeit der ganzen Region ermöglicht gesicherte Versorgung

Ein zentrales Element des Netzwerks zur integrierten Versorgung ist das Akutspital in Zweisimmen. Die neue Trägerschaft wird zwei Varianten prüfen: einen kompletten Neubau oder eine Renovation des Bettenhauses mit dem Neubau des Operationstrakts.

Durch den absehbaren Mangel an Hausärzten in dieser Region fällt den beiden Standorten eine sehr wichtige Aufgabe zu, denn durch die räumliche Konzentration werden neue Arbeitsmodelle und Zusammenarbeitsvarianten möglich, so dass die Attraktivität der Region als Arbeitsort für alle Gesundheitsberufe gesteigert werden kann. Mit der Schaffung des Gesundheitscampus in Zweisimmen und des Gesundheitszentrums in Saanen soll allen regionalen Anbietern von Gesundheits- und Dienstleistungen im Sozial- und Gesundheitswesen die Möglichkeit gegeben werden, entweder ihre Aktivitäten an den neuen Standorten zu erbringen oder auch von ausserhalb von den Leistungen des Netzwerkes zu profitieren. Zum Beispiel durch die Schaffung von Synergien und die Nutzung von gemeinsamen Basisdienstleistungen.

In den vergangenen zwei Jahren haben rund 80 Personen mit einem Aufwand von etwa 2000 Projektstunden an 70 Projekt- oder Arbeitsgruppensitzungen zum Gelingen dieses Projektes beigetragen. Alle betroffenen Gemeinden und Organisationen wurden in die Arbeiten einbezogen.

Stephan Hill: Kurzer Lebenslauf

Der promovierte Ökonom genoss seine Ausbildung an der Universität Fribourg, welche er mit einer Spezialisierung in Gesundheitsökonomie an der Stanford University in Kalifornien abschloss. Seit über 20 Jahren ist er selbständiger Berater im Gesundheitswesen. In seiner bisherigen beruflichen Tätigkeit war er u.a. Direktor der Krankenversicherung KPT, Mitglied der Konzernleitung Ernst & Young Schweiz, Präsident der Lindenhofstiftung in Bern, Geschäftsführer der Schweizerischen Gesellschaft für Gesundheitspolitik. Aktuell ist er u.a. Präsident des Verwaltungsrats des Berner Bildungszentrums Pflege, Vizepräsident bei den Stiftungen Diaconis und Elfenaupark. K

Die Präsentationen des Tages und Hintergrundinformationen zum Projekt sind auf der Webseite des Projektes verfügbar unter www.gesundheit-simme-saane.ch.